Das Leerkabinen-Forum

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Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, daß die folgenden Pläne nur meine Vorstellungen repräsentieren und die gemachten Einschätzungen und Beurteilungen ausschließlich subjektiv sind!

Kabine von Jens


Jens's Traum-WoMo
Das wesentliche: Zwei Erwachsenen, einer zehnjährige Tochter und und einem Golden Retriever soll das zukünftige Womo Platz bieten. Ausgangspunkt der Planung ist unser derzeitiger Karmann Missouri 635 SD. Gutes habe ich übernommen, Störendes soll abgeschafft werden. Wichtig Rahmenbedingungen für die Planung waren:

Innen

  • Seitendinette (damit unsere Tochter nicht im Heck schaukeln muss)
  • vier Betten unabhängig vom Tisch (damit das nervige umbauen endlich ein Ende hat)
  • Alkoven-Innenhöhe, die auch Erwachsenen gerecht wird und vernünftige Matrazen zulässt.
  • separate Dusche (wir nutzen die in unserem Karmann regelmäßig)
  • hochgesetzer Kühlschrank (das bedeutet Komfort wie zuhause)
  • großer Kleiderschrank, in dem auch mal Kleider hängen können (Womo heißt für uns nicht nur Fleece-Hose und Birkenstöcker)
  • eine Küchenzeile mit Platz (muss aber nicht chic sein)
  • einen Liegeplatz für den Hund (damit er sich wenigstens so hinlegen könnte, dass er nicht im Weg liegt)
  • von außen zugänglicher Stauraum

Außen

  • Länge um 6,5 Meter, Breite unter 2,3 Meter (das Womo ist unser "Erst-Wagen" und sollte daher überschaubar bleiben)
  • Höhe möglichst unter 3,2 Meter (ADAC)

Dieses Womo ließe sich optimal auf einem MB Vario 615D (Radstand 3700 mm) aufbauen. Da das Fahrerhaus wesentlich kürzer als beim Sprinter/LT2 ist, wäre die Länge von der Hinterachse bis zur vorderen Stoßstange so, dass man noch in einer PKW-Parklücke Platz fände (wenn man das Heck in die Büsche oder einen Fußweg ragen lassen kann). Das ist für mich sehr wichtig, will ich doch mit dem Womo auch mitten in der Stadt einen Parkplatz finden. Aus diesem Grund möchte ich auch eine möglichst schmale Kabine, die der Breite des Vario entspricht (wie bereits von Norbert geschildert). Da die Hinterachse etwa auf Höhe von Bad und Kühlschrank liegt, gehe ich von einer sehr guten Gewichtsverteilung aus.
Der Grundriss ist aus meiner Sicht unspektakulär - so ähnlich gibt es ihn auch von Serienherstellern. Weder die Stockbetten (unteres soll hochklappbar sein und Platz für ein Fahrrad freigeben), noch die Anordnung im Bad ist revolutionär. Und als Vorbild für die Seitendinette und den Küchenblock habe ich mir unseren Karmann genommen. Einzige Besonderheit ist die "Lücke" unter den Schränken hinter dem Beifahrersitz. Da soll der Hund liegen (Würde ich aber auch gleich einen Schrank mit bauen lassen, den man später mal dort hinschrauben kann). Und: Den Beifahrersitz habe ich drehbar geplant, somit kann man auch mal zu fünft ganz gemütlich im Womo sitzen.
Zur Technik: Ich gehe davon aus, dass die Technik im Wesentlichen unter der Wohnkabine verschwindet: Frisch- und Abwassertanks in einem doppelten Boden, die Truma-C-Heizung, die Batterien, Pumpe und die Gasflaschen in Staukästen, die nur teilweise in die Kabine hineinragen. Die Tür ist etwas tiefer gesetzt, damit die Stufen nicht so hoch liegen. Die Annehmlichkeiten einer breiten Tür (60 cm) haben wir bei unserem Karmann kennengelernt - auch darauf wollen wir in Zukunft nicht verzichten.
Noch was zu den Fenstern: Ich möchte möglichst große Fenster einbauen! Damit unsere Tochter während der Fahrt auch etwas von der Gegend sieht. Aus diesem Grund ist der Wohnraum zum Fahrerhaus hin auch offen - so sieht sie auch was nach vorne (nicht so wie es bei Concorde oder Alpha gemacht wird).
Mit dem Grundriss bin ich in unserer jetzigen Situation sehr zufrieden. Nur die Zukunft lässt mich daran etwas zweifeln. So überlege ich derzeit auch an einem etwas über 6,5 Meter langem Womo mit Heck-Doppelbett. Das ist wesentlich schwieriger unterzubringen. Warum ich diese Variante auch noch verfolge? Nun, unsere Tochter wird in fünf bis zehn Jahren wohl nicht mehr mit uns im Womo unterwegs sein - somit sind die Heckbetten eigentlich überflüssig. Außerdem wird es im Alter sicherlich beschwerlich, in den Alkoven hoch zu kommen - da meine Frau seit einem Bandscheibenvorgall vor fünf Jahren immer wieder Probleme mit dem Rücken hat, hätte ein festes Heckbett weitere Vorteile. Mal sehen, ob ich noch zu einer vorzeigbaren Lösung komme (Der Grundriss des Missouri 635 GB ist für mich nur ein Kompromiss, den ich bei einem rund 100.000 Euro teurem Mobil nicht bereit wäre einzugehen.)
Warum ich überhaupt über einen Leerkabine nachdenke, bei einem so normalen Grundriss? Weil es ein solches Womo nicht auf dem Markt gibt. Zumindest, wenn man einen VW oder MB als Fahrgestell haben möchte und eine Kabine aus GFK-Sandwich.

Jens