Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, daß die folgenden Pläne nur meine Vorstellungen repräsentieren und die gemachten Einschätzungen und Beurteilungen ausschließlich subjektiv sind!

Plan von Wolfgang

Diese Darstellungen sind mit einem Programm zur Planung von Wohnhäusern erstellt worden, deshalb müssen die Bilder mit etwas Phantasie 'gelesen' werden: der Alkoven wird natürlich nicht so kantig, wie er dargestellt ist und die Wände der Naßzelle ragen natürlich nicht bis in den doppelten Boden hinein. Außerdem sind Dach und Boden nicht dargestellt, um das Innenleben sichtbar zu machen.
Ein Klick auf eines der Bilder öffnet das Bild in vergrößertem Maßstab.

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Konzept

Gewünscht ist ein Wohnmobil, das vier Personen (davon zwei Kindern) sowohl beim Wohnen (große Betten, heller Wohnbereich, große Kapazitäten) als auch beim Fahren (Sitzanordnung, Fahrzeuglautstärke...) Komfort und Sicherheit bietet, nicht bei der ersten Schneeflocke liegen bleibt und um die 7m lang ist. Außerdem sollte es absolut winterfest sein und auch in Ländern mit Campingplatzzwang Mobilität bieten.


Basisfahrzeug

Unser erstes WoMo war ein 6.75m-Mobil auf einem Fiat Ducato; der erste leicht geneigte Campingplatz mit feuchter Wiese oder drei Schneeflocken im Winter zeigten die Grenzen dieses Konzeptes auf - Traktion, was ist das? Unser jetziges Fahrzeug auf einem heckgetriebenen LT hat da doch mächtige Vorteile. Also: unser Traummobil bekommt wenn schon keinen Allradantrieb, so doch wenigstens einen Heckantrieb.

Sprinter/LT, Transit oder Daily?
Eine Probefahrt mit einem 128PS Iveco Daily empfand ich als enttäuschend (laut, unkomfortabel, leistungsschwach), außerdem ist das Fahrerhaus sehr hoch, was zu Lasten der Alkovenhöhe geht. Der neue Transit mit der 125PS-Maschine macht Spaß und hat ein recht langes, wenn auch sehr niedriges Fahrerhaus - was zu Lasten der möglichen Länge der Wohnkabine geht. Außerdem gibt es den Transit derzeit nur als 4.25-Tonner, was die möfliche Zuladung einschränkt. Also bleiben meiner Ansicht nach nur Mercedes Sprinter oder VW LT - gute Motorisierung, hoher Fahrkomfort, guter Mittelweg zwischen Fahrerhaushöhe und -länge.


Fahrerhaus

In vielen Ländern ist das Übernachten nur auf Campingplätzen gestattet. Und hat man sich auf einem Campingplatz erst einmal häuslich eingerichtet, bleibt man unserer Erfahrung nach auch häufig einige Zeit hier stehen. Um die Umgebung zu erkunden, bleiben dann nur Fahr- oder Motorräder. Doch mit kleinen Kindern ist beides nicht optimal. Deshalb wollen wir unser WoMo so bauen, daß man auch am Urlaubsort mobil ist - also werden wir unser Schneckenhaus absetzbar gestalten. Um aber zu viert mit dem Basisfahrzeug fahren zu können, brauchen wir ein Basisfahrzeug mit Doppelkabine.
Eine Doppelkabine hat aber noch weitere Vorteile: das Wohnmobil wird zu einem echten Reisemobil: auch die Kinder fahren bequem und sicher und sind in Reichweite des Beifahrers, der aber seinerseits beim Fahrer sitzt und bei der Wegesuche helfen kann. Und bei Verwendung von drehbaren Sitzen und einem kleinen aufstellbaren Tischchen kann das Fahrerhaus im 'zusammengebauten' Zustand als zweite Sitzgruppe genutzt werden - zumindest in der Übergangszeit, wenn das Fahrerhaus aufgrund der schlechten Wärmeisolierung das Fahrerhaus nicht zu einem Eisschrank oder einem Backofen mutiert.
Außerdem ergibt sich durch die Doppelkabine die Möglichkeit, einen ordentlichen Alkoven einzuplanen - nicht diese üblichen Miniteile mit 1,3-1,5m Liegefläche.


Absetzvorrichtung

Neben dem oben angesprochenen Grund spricht noch weiteres für eine Absetzkabine: die Möglichkeit, das Basisfahrzeug auch zuhause als Zweitwagen zu nutzen. Mit einem 3.3m hohen und rund 7m langem Wohnmobil ist dies nur eingeschränkt möglich, aber bei abgesetzter Wohnabine und an Stelle dessen aufgesetzter Pritsche o.ä. (6m Länge, 2.2m Breite und 2.2m Höhe) ist das Fahrzeug auch im Alltag (mit Einschränkungen) nutzbar, insbesondere bei Zulassung als Kombinationsfahrzeug (ohne Kabine als 3.5-Tonner mit reduzierter Zuladung, mit kabine als 4.6-Tonner) und einer 'anständigen' Motorisierung.
Ein Nachteil dieses Konzeptes ist allerdings die stark unterschiedliche Belastung der Hinterachse mit und ohne Kabine - sind die Federn für hohe Belastung ausgelegt, ist die Verkehrssicherheit ohne Beladung eingeschränkt. Für diesen Fall muß die Möglichkeit von Ballast auf/an der Hinterachse eingeplant (z.B. Wassertanks am Fahrzeugrahmen) und am besten (leider auch teuersten) eine Volluftfederung an der Hinterachse angebracht werden.


Doppelter Boden

Ein doppelter Boden hat für normale (Nicht-Expeditions-) WoMo's unserer Ansicht nach erhebliche Vorteile: neben einer winterfesten Unterbringung der Wasserinstallation bietet dieses Konzept sehr viel tiefliegenden Stauraum, so daß schwere Dinge hier ihren Platz finden können und nicht auf's Dach gepackt werden müssen, wo sie den Schwerpunkt sehr negativ beeinträchtigen. So finden bei unserem Plan mehr als 160l Frisch- und Abwasser ihren Platz im doppelten Boden. Auch Platz für Kinderwagen, Dreirad, Kinderfahrräder u.ä. findet sich hier recht einfach.


Hecksitzgruppe

Ein ganz wichtiger Punkt, um sich in seinem rollenden Schneckenhaus wohl zu fühlen, ist für uns eine helle, freundliche Sitzgruppe, die auch bei schlechtem Wetter nicht zu einem Notaufenthaltsraum wird. Für uns heißt das Hecksitzgruppe, denn mit drei umgebenden Wänden, in die große Fenster eingelassen werden können, bietet diese Anordnung die größte Helligkeit und die beste Aussichtsmöglichkeit. Außerdem sieht man in die volle Länge des Mobils, was ein deutlich großzügigeres Raumgefühl erzeugt als eine Sitzgruppe in der Mitte des Fahrzeugs. Die Überlegung, die Sitzgruppe nochmals auf ein eigenes Podest zu stellen, um einen höheren Stauraum - fast schon eine Heckgarage - zu erhalten, haben wir wieder fallen gelassen, nachdem wir festgestellt haben, daß eine Stufe im Wohnraum recht unpraktisch ist und der vom fahrzeuginnern ohne Verrenkungen zugängliche Stauraum in Hängeschränken (für uns) wertvoller ist als ein großer Stauraum im Boden. Eventuell ließe sich durch eine Heckabsenkung eine Vergrößerung der Stauraumhöhe zur Aufnahme von Fahrrädern erzielen. Oder man baut sich eine abnehmbare Heckbox an, die die Fahrräder bei bedarfBaufnehmen kann.


Naßzelle

Gerade wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist, die von Mami oder Papi geduscht werden müssen, ohne daß diese dabei auch geduscht werden, empfiehlt sich eine getrennte Dusche mit Zugang zur restlichen Naßzelle; wir haben deshalb bei unserem Plan eine rund 60*80cm große Dusche an die Naßzelle von etwa 100*80cm angesetzt, um dieses umzusetzen.


Küche

Für uns bedeutet ein Urlaub im WoMo ein Zusammensein der ganzen Familie, und ein Teil davon ist auch gemeinsames Kochen. Deshalb sollte die Küche in unserem WoMo so groß sein, daß man auch zu zweit daran werkeln kann - bei den geplanten 1,45m ist das wohl auch möglich. Bei diesen Abmessungen ist es sogar möglich, neben einem 103l-Kühlschrank und Stauraum für Töpfe und Vorräte einen Gasbackofen in die Küchenzeile zu integrieren, sogar für eine modifizierte Tischspülmaschine (Größe etwa 55*45*45cm) findet sich in der Sitztruhe Platz; das notwendige warme Wasser erzeugt der entweder ebenfalls in der Sitztruhe oder im Schrank plazierte Boiler, so daß Strom nur noch für die Pumpen und die Steuerung der Maschine benötigt wird, wofür die Batterien mit einem Wechselrichter wohl reichen sollten.


Schlafmöglichkeiten

Ein ganz wichtiges Thema - einer der Gründe, warum wir uns ein Fahrzeug nach unseren Vorstellungen bauen (lassen) wollen. Zu zweit auf 1,3-1,5m? Nein, danke! Das soll ein Schlaf- und kein Kampfplatz sein. Deshalb wird unser Alkoven Jumbomaße (210*200cm) und zudem eine Innenhöhe von etwa 110cm (abzüglich Matratzen) haben; zur Gewichtsreduktion sowie aus Komfortgründen werden wir diese als Gästebetten angebotenen Velour-Luftbetten verwenden, die sich dem Körpergewicht optimal anpassen lassen.
Die andere Schlafgelegenheit stellt die Hecksitzgruppe dar, die (bei Mitnutzung des Raumes vor der Tür) eine Liegefläche von gut 210*200/170cm bietet; daß die Konstruktion des Bettes derart sein muß, daß die Tür im Notfall noch nutzbar ist, versteht sich von selbst.


Besonderheiten

Nach Gesprächen mit verschiedenen Leerkabinenherstellern wird unser Traum-WoMo mindestens DM 150.000/EUR 75.000 kosten - ein bißchen zuviel auf einmal. Aber die Planung der Kabine als Absetzkabine hat noch einen weiteren großen Vorteil: es ist realtiv leicht, sie vorerst auf einen Anhänger zu setzen und als Campinganhänger zu nutzen oder auf ein einfaches, gebrauchtes Fahrgestell zu setzen; wenn dann in einigen Jahren wieder Geld da ist, kann der Aufbau leicht auf ein neues Sprinter-Fahrgestell mit allem Schnickschanck (Allradantrieb, Volluftfederung...) umgesetzt werden.




Die oben aufgeführten Pläne, Ideen und Überlegungen sind im Laufe der letzten Jahre und aufgrund von Erfahrungen mit verschiedenen Serienwohnmobilen entstanden. Sie sind bestimmt noch nicht der Weisheit letzter Schluß und vielleicht stellenweise sogar falsch, aber vielleicht gibt es ja noch andere, die ähnliche Vorstellungen wie wir haben, so daß man gemeinsam die Pläne optimieren kann und am Ende vielleicht zwei oder mehrere gleichartige Kabinen bauen lassen könnte, was die Kosten für das einzelne Fahrzeug wohl deutlich reduzieren dürfte.
Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Vorstellungen mit mit diskutieren würdet - am liebsten im Forum (damit weitere 'Träumer' angesprochen werden) oder per Mail an mich.